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Was ein gut zusammenarbeitendes Team ausmacht, warum es so wichtig für ein Unternehmen ist und wie man die richtige Teamzusammensetzung findet

Die richtige Teamzusammensetzung ist essentiell für den Erfolg eines Unternehmens. Häufig müssen Deadlines verschoben werden, weil Mitglieder eines Teams auf fachlicher Ebene nicht gut zusammenpassen, die Arbeitsweisen inkompatibel sind oder sie sich schlichtweg nicht verstehen. Doch wie findet man heraus, ob Mitarbeiter in ein Team passen und gut miteinander auskommen, um so auch möglichst erfolgreich zusammenzuarbeiten? Eine mögliche Lösung ist die Analyse der Persönlichkeitsmerkmale, die sowohl Aufschluss über das Miteinander als auch über die Arbeitsweise der einzelnen Mitglieder gibt.

Was eine richtige Teamzusammensetzung ausmacht

Doch woran erkennt man überhaupt ein gut zusammengesetztes Team? Der Wissenschaftler Charles A. O’Reilly III. und seine Kollegen fanden heraus, dass Personen und Unternehmen zusammenpassen, wenn sie in ihren Werten übereinstimmen. Folglich kann man davon ausgehen, dass zumindest im Hinblick auf die Werte und Normen eine Homogenität vorherrschen sollte. In fachlichen Qualifikationen ist eine heterogene Teamzusammensetzung erstrebenswerter. Soll beispielsweise ein Problem gelöst werden, dann ist es von Vorteil, wenn Personen mit unterschiedlichen Denkstilen zusammenarbeiten. Weitere Kategorien, die in die Analyse miteinbezogen werden sollten, hebt der amerikanische Psychologe David McClelland in der Need Theory hervor: die Bedürfnisse nach Macht, nach Leistung und nach Beziehung. Wenn beispielsweise alle Teammitglieder nach Macht streben, kann sich das negativ auf die Teamarbeit auswirken. Haben alle ein stark ausgeprägtes Bedürfnis nach Leistung, kann das für die Arbeit wiederum von Vorteil sein.

Warum eine aktuelle Beurteilung von Relevanz ist

Mitarbeiter in einem Team unterzubringen, die sowohl auf persönlicher als auch auf professioneller Ebene gut zusammenpassen, scheint auf den ersten Blick kein Hexenwerk zu sein. Doch häufig stellt sich nach kurzer Zeit heraus, dass die Mitglieder inkompatibel sind. Wenn ein neuer Mitarbeiter eingestellt wird, wurde bei seiner Auswahl zwar auf seine Soft Skills und die Kompatibilität mit dem bereits bestehenden Team geachtet. Was aber, wenn sich Motive und Bedürfnisse über die Zeit verändert haben? Eine solche Entwicklung ist denkbar, sogar wahrscheinlich. Umso wichtiger ist eine aktuelle Beurteilung ihrer Persönlichkeitsmerkmale. Denn laut eines Artikels von Prof. Dr. phil. Martin Pinquart (Universität Marburg) ist eine Veränderung der Persönlichkeitsmerkmale vor allem in noch jungen Jahren (bis 25) sehr wahrscheinlich. Je älter man wird, desto eher ist die Persönlichkeit gefestigt. Das bedeutet, dass Mitarbeiter, die recht jung in ein Unternehmen eingestiegen sind und aufgrund ihrer Soft Skills bestimmten Aufgaben zugewiesen wurden, sich im Zeitverlauf in gewissen Persönlichkeitsausprägungen verändert haben. Beispielsweise werden Personen im Alter (ab 35) selbstbestimmter und haben andere Ziele als noch als junger Mensch.

Warum die richtige Teamzusammensetzung so wichtig für Ihr Unternehmen ist

Teammitglieder, die aufgrund ihrer Soft Skills auch auf zwischenmenschlicher Ebene zusammenpassen, haben bereits den ersten Schritt in Richtung Teambuilding geschafft. Darunter sollte nämlich nicht nur verstanden werden, dass Teams in ihrem professionellen Erfahrungsreichtum zur Zusammenarbeit verknüpft werden. Unter Teambuilding ist ebenso zu verstehen, dass die Mitglieder miteinander gut auskommen und somit als Team wachsen können. Dies bringt wiederum Vorteile für das Unternehmen mit sich: Wenn Teammitglieder gut zusammenpassen, kann das ihre Produktivität erhöhen. Denn jeder geht den ihm zugewiesenen Aufgaben nach, weil er diese am besten – im Vergleich zu allen anderen Teammitgliedern – lösen kann. Keiner muss also zwangsläufig Zeit mit Aufgaben verbringen, denen er aufgrund seiner Expertise oder seiner Stärken nicht gewachsen ist. Somit geht nicht nur die Projektplanung, sondern auch der Projektabschluss schneller von statten. Außerdem können gut zusammengesetzte Teams für wiederkehrende Unternehmenserfolge verantwortlich sein. Denn Gruppen, die aufgrund ihrer Zusammensetzung einmal Erfolge feiern konnten, gehen das nächste gemeinsame Projekt automatisch motivierter an.

Das Team von 100 Worte im Selbstversuch

Die Zusammensetzung des 100 Worte-Teams

Wir haben unsere Textanalyseverfahren selbst angewandt, um die Zusammensetzung in unserem Unternehmen zu testen und haben dabei interessante Ergebnisse erhalten. Dafür wurden die Daten – selbstverständlich unter Einverständnis aller Mitarbeiter – aus unserem internen Chatverlauf gezogen und analysiert. Es stellt sich heraus, dass unser Team in der Tat sehr heterogen aufgestellt ist. Folgende, bereits weiter oben erwähnte, Kategorien, die bei der Analyse berücksichtigt werden, sind besonders interessant für die Teamzusammensetzung auf professioneller sowie auf zwischenmenschlicher Ebene: Leistungs-, Führungs- und Beziehungsmotivation, positive/negative Emotionen, Authentizität, Denkstil sowie Risikobereitschaft. Unser Team ist in allen Kategorien recht breit aufgestellt: Besonders in den Kategorien Dominanz und Authentizität, d.h. wie „frei heraus“ man sich verhält, ist jeweils die stärkste Ausprägung besonders hoch im Vergleich zur zweitstärksten. Dass einer unserer Geschäftsführer (CEO) das mit Abstand dominanteste Teammitglied ist – am zweitstärksten ist diese Ausprägung beim zweiten Geschäftsführer (CPO) – ist unter Berücksichtigung seiner Position nicht überraschend. Am risikobereitesten ist unser Sales-Mitarbeiter, was vorteilhaft für seine Tätigkeit als Vertriebler unserer Produkte ist, denn die Kaltakquise potentieller Kunden verlangt viel Risikobereitschaft. Ebenso ist er derjenige, der am wenigsten analytisch denkt, sondern eher spontan handelt – erneut eine Eigenschaft, die in seiner Tätigkeit von großem Vorteil ist. Die positivsten Emotionen vermitteln beide Geschäftsführer, was wiederum vorteilhaft für die allgemeine Stimmung im Team ist.

100 Worte verhilft zur erfolgreichen Teamzusammensetzung

Mit dem 100 Worte-Analyseverfahren können Persönlichkeitsmerkmale der Mitarbeiter aus Texten, die diese verfasst haben, ermittelt werden. Dabei können beispielsweise Chats, Bewerbungsschreiben oder E-Mails, allerdings nur unter Einverständnis der Mitarbeiter, analysiert werden. Aufgrund dieser Kenntnis zusätzlich zum bereits bestehenden Wissen über die fachliche Expertise der Mitarbeiter können somit die Personen, die besonders gut zusammenpassen bzw. diejenigen, die sich sehr gut ergänzen, ein Team bilden. Wie die Teamzusammensetzung genau erfolgt, entscheidet das Unternehmen selbst, da jedes eine unterschiedliche Kultur pflegt.

Hier geht es zu den zitierten Quellen:

Prof. Dr. phil. Martin Pinquart

O’Reilly und Kollegen

Need Theory von David McClelland

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