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Aktuell gibt es im Recruiting starke Veränderungen, begünstigt vor allem durch den digitalen Wandel. HR-Verantwortliche müssen sich diesen Trends und Neuerungen anpassen, um auch zukünftig die richtigen Bewerber ansprechen zu können. Viele Unternehmen erkennen zwar notwendige Veränderungen, scheitern jedoch an ihrer Umsetzung – fatal, da Arbeitnehmer digital bereits viel weiter sind und die Unternehmen unbedingt aufholen müssen. Doch wie genau sieht das Recruiting der Zukunft aus und welche Technologien sind bereits jetzt im Einsatz? Wir fassen 6 Trends zusammen.

1) Talentsuchmaschinen

Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels ist es essenziell, dass Unternehmen proaktiv mit passenden Kandidaten in Kontakt treten um diese für eine freie Stelle anzuwerben. Doch wie findet man die richtigen Bewerber? Hier kommen Talentsuchmaschinen ins Spiel, die relevante Quellen (auch soziale Medien und Otto Normalverbrauchern unbekannte Fachcommunities) nach den eingegebenen Kriterien der Unternehmen durchsuchen und die richtigen Kandidaten aufspüren. So können im Recruiting der Zukunft auch passive Bewerber gefunden und angeworben werden.

2) One-Click-Bewerbung

Die Zukunft des Recruitings liegt auch darin, den Kandidaten die Chance zu geben, sich jederzeit und von überall zu bewerben. Bereits jetzt ermöglichen einige Unternehmen den Bewerbern, ihr LinkedIn- oder Xing-Profil im Bewerbungsformular hochzuladen, sodass alle wichtigen Daten automatisch übernommen werden können. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Bewerber ihre Profile stets aktuell halten, um keine veralteten Informationen zu übermitteln. Die One-Click-Bewerbung bietet gegenüber herkömmlichen Bewerbungsformularen einige Vorteile, unter anderem:

  • Sie wird von den Bewerbern mit offenen Armen empfangen – obwohl fast ¾ aller großen und gut 85% der mittelständischen Unternehmen keine One-Click-Bewerbung bieten, haben ¼ der Bewerber diese bereits mindestens einmal verwendet;
  • Bewerber mit langer Berufserfahrung können ihre gesamte Laufbahn nachweisen; standardisierte Formulare lassen Bewerber häufig nur die Stationen der letzten zehn Jahre eintragen; und
  • die Bewerbung verläuft einfacher und schneller.

Zwei entscheidende Gegenargumente, die von Unternehmen und Kandidaten gleichermaßen aufgefasst werden, sind die verringerte Individualität der eingehenden Bewerbungen und die somit erschwerte Selektion passender Bewerber. Und dennoch – wer im Recruiting der Zukunft als Unternehmen nicht mit dem Strom schwimmt und das neue Format einrichtet, verliert schnell viele Bewerber – die bewerben sich dann einfach woanders mit nur einem Klick.

3) Matching

Den richtigen Bewerber zum perfekten Zeitpunkt dem passenden Job zuordnen? Matching macht es möglich! Im Recruiting der Zukunft kann mithilfe frei verfügbarer Daten aus den sozialen Netzwerken technisch auf die Persönlichkeit des Nutzers geschlossen werden. Ähnlich funktioniert auch der Competence-Monitor von 100 Worte: Unsere Software identifiziert Soft Skills der Bewerber aus ihren Bewerbungsschreiben und erleichtert so die Personalauswahl.

4) Chatbots

Im Gegensatz zu menschlichen Recruitern sind Chatbots 24/7 erreichbar und multitaskingfähig. Sie reagieren in Sekundenschnelle und beurteilen Kandidaten stets vorurteilsfrei und fair. Die Kommunikation erfolgt über Messaging. Aktuell entwickeln auch wir einen Chatbot, der die Erwartungen an ein menschliches Sprachverhalten erfüllt. Die Akzeptanz der Menschen gegenüber Chatbots ist allgemein besonders groß, wenn der Bot menschliche Eigenschaften aufweist. Insgesamt profitieren Unternehmen von einem hochwertigen Bewerberservice, einer gesteigerten Candidate Experience und folglich einem besseren Employer Branding durch ein gestärktes Vertrauen der Bewerber in das Unternehmen. Dennoch wird der Mensch im Recruiting der Zukunft nicht komplett von der Technik verdrängt werden – der Bot muss stets die Möglichkeit haben, bei Unklarheiten auf einen menschlichen Recruiter zu verweisen, der dann zeitnah reagieren muss. Denn auch Bots lernen nie aus.

5) Robot Recruiting

Eng mit den Chatbots verknüpft ist das sogenannte Robot Recruiting. Hier werden Teile des Recruitingprozesses automatisiert – Bewerber werden mithilfe von Algorithmen beurteilt und ausgewählt. Ein wichtiger Einsatzbereich des Robot Recruiting sind (asynchrone) Videointerviews. Hier filmen sich Bewerber selbst, während sie vom Unternehmen vorgegebene Fragen beantworten. Dann werden Mimik, Gestik, Inhalt sowie die Stimme des Kandidaten analysiert und entschieden, ob der Kandidat eingestellt wird oder nicht. Voraussetzung dafür ist allerdings eine ausreichende Menge an zur Verfügung stehender Daten, um Entscheidungen treffen zu können. Bewerber schätzen den vorurteilsfreien und schnellen Ablauf. Jedoch hagelt es auch Kritik an der neuen Technologie – das Recruiting sei zu komplex, es zählten Bauchgefühl, Menschenkenntnis, gemeinsame Werte und der erste Eindruck. Und es stimmt: Nicht alles kann von Maschinen und Technik umgesetzt werden. Jedoch kann die Vorauswahl der Bewerber durch die richtige Technologie erleichtert werden, wie beispielsweise mit unserem Competence-Monitor möglich. Danach können mögliche Kandidaten immer noch zu einem persönlichen Gespräch eingeladen werden.

6) Individualisierung

Im Recruiting der Zukunft wird es immer wichtiger werden, Karriereseiten individuell auf die jeweiligen Bewerber anzupassen. Dazu können mit Einverständnis des Bewerbers dessen Profile auf den sozialen Medien ausgelesen werden, sodass automatisch eine individuelle Startseite mit gefilterten Angeboten und Informationen entsteht. Individualismus statt Standardisierung! Wir von 100 Worte können Unternehmen dabei unterstützen, Ausschreibungen so zu gestalten, dass die passende Zielgruppe persönlich angesprochen und somit der richtige Bewerber für eine Stelle gefunden wird.

Schließlich gilt für das Recruiting der Zukunft und die technologische Weiterentwicklung im Allgemeinen: Niemals blind auf Maschinen verlassen und den menschlichen Faktor nicht aus den Augen verlieren!

Mit diesem Beitrag nehmen wir an der Blogparade der Zukunft Personal Europe in Köln teil.

Quellen:

https://arbeitgeber.monster.de/hr/personal-tipps/rekrutierung-verguetung/rekrutierung/one-click-bewerbung-168649.aspx

https://arbeitgeber.monster.de/hr/personal-tipps/rekrutierung-verguetung/rekrutierung/google-recruiting-prozess-digitalisierung.aspx

http://blog.zukunft-personal.com/de/2017/09/05/recruiting-2030-ueber-bots-und-algorithmen-zu-einer-neuen-menschlichkeit/

https://www.gruenderszene.de/allgemein/recruiting-digitalisierung-teil2

https://personalmarketing2null.de/2017/07/chatbots-recruiting-candidate-experience/

https://persoblogger.de/2017/10/09/robot-recruiting-bewerbermatching-und-algorithmen-basiertes-recruiting-grundlagen/

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