AUGMENTED WRITING – Ein neues Level der Textanalyse

Von Erweiterter Realität und erweitertem Schreiben

Augmented Reality, kurz AR, ist in aller Munde. In Zeiten der Smartphones, Smartwatches, Smart-TVs & Co. wird immer mehr nach Wegen gesucht, die Realität, wie wir sie kennen, zu erweitern.

Augmented Reality bezeichnet dabei „eine computerunterstützte Wahrnehmung bzw. Darstellung, welche die reale Welt um virtuelle Aspekte erweitert“. Augmented Reality hat wohl jeder schon einmal gehört. Doch Augmented Writing mag für die meisten noch ein ganz unbekanntes Konstrukt sein. Bevor wir Aufschluss darüber geben, was wir unter Augmented Writing verstehen, muss eine Grundlage geschaffen werden.

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Das Schreiben und die Sprache – Wörter sind mehr als nur Wörter

Schreiben zählt zu einer unseren täglichen Aktivitäten. Allerdings fällt uns beim Schreiben oft nicht auf, dass wir unbewusst Botschaften senden. Dabei haben bestimmte Worte, die wir alltäglich nutzen, eine Bedeutung oder einen psychologischen Hintergrund, der uns unbekannt ist. Trotzdem spüren wir häufig unterschwellige Wirkungen von Texten. Wir fühlen, dass uns ein Text mehr anspricht als ein anderer. Während uns manche überzeugen, lassen uns andere ganz kalt.

Zu wissen, welche Botschaften Sprache vermittelt und ihre Wirkung auf unser Gegenüber zu kennen, ist höchst relevant. Wird eine falsche Ansprache gewählt, kann das nicht nur zu Missverständnissen führen. Im schlimmsten Fall kann dadurch Desinteresse, Ärger oder sogar Abwehr beim Gesprächspartner ausgelöst werden.

Wir von 100 Worte sind uns der Bedeutung zielgerichteter Sprache bewusst. Daher sind wir der Frage nachgegangen, wie Unternehmen potenzielle Bewerber ansprechen. Dazu sammelten wir über 32.000 Stellenanzeigen und kamen zu bedenkenswerten Erkenntnissen. Eines der verblüffendsten Ergebnissen war, dass- trotz breiter gesellschaftlicher Diskussion- Stellenausschreibungen einen starken Geschlechtereffekt, den Genderbias, aufweisen.

So ist der Anteil an weiblicher Sprache in Ausschreibungen von beispielsweise Reinigungskräften, EmpfangsmitarbeiterInnen und ErzieherInnen sehr hoch, während dieser bei Senior Managern, Projekt- und Teamleitern deutlich geringer ausfällt. All das sind Beispiele dafür, wie Ansprache schiefgehen kann. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels können Unternehmen es sich nicht leisten, den falsche Botschaften zu senden.
Daher haben wir ein Tool geschaffen, das hilft, dieses Problem zu umgehen!

Wir nennen es das 100 Worte Augmented Writing Tool.

Was verstehen wir unter Augmented Writing?

Augmented Writing, übersetzt auch „erweitertes Schreiben“, ist ein Ansatz, der mit Hilfe des 100 Worte Cores funktioniert. Wir analysieren dabei Sprache anhand ihrer Bedeutung mit maschinellen Verfahren und teilen diese in unsere validierten psychologischen Merkmalskategorien ein. Befindet sich das Wort im Wörterbuch mit einer passenden Bedeutung unter einer bestimmten Kategorie, so wird es farblich gekennzeichnet.

Damit machen wir erstmals für die deutsche Sprache den Genderbias sichtbar und ermöglichen es, diesen gezielt auszugleichen. Außerdem können Motive, also die Antreiber menschlicher Handlungen, beeinflusst werden. So können potenzielle Bewerber zielgerichtet angesprochen werden. Dies garantiert, dass sich vor allem diejenigen auf eine freie Stelle bewerben, die tatsächlich relevant für diese Position sind.

Welchen Nutzen bietet der Einsatz von Augmented Writing?

Wir haben das Augmented Writing entwickelt, um Menschen Sicherheit zu geben, die richtigen Worte zu finden. Innerhalb unserer Talent Intelligence verwenden wir Augmented Writing zur Optimierung von Stellenausschreibungen. Studien zeigen, dass Augmented Writing für die englische Sprache dazu führte, dass sich 25 % mehr Frauen auf eine Stelle beworben haben. Der Grund dafür ist, dass sie sich besser abgeholt gefühlt haben. Zusätzlich wurde die Anzahl an – aus Motivsicht – passenden Mitarbeitern um über 20 % erhöht. Gerade im War for Talents spielen Feinheiten eine Rolle, ob sich Personen bei einem Unternehmen bewerben oder nicht. Diese Feinheiten in Texte zu formulieren ist schwierig und bisher nicht umsetzbar. Mit unserem Tool wird das aber möglich! Außerdem sind wir sind stolz, damit einen Beitrag zur Chancengleichheit leisten zu können.

Wo wir Augmented Writing zukünftig sehen

Aktuell verwenden wir unser Tool in unserer Talent Intelligence, um Stellenausschreibungen zielgerichtet zu formulieren und den Bewerber anhand seiner eingereichten Unterlagen zu analysieren (Competence Monitor). In Zukunft wollen wir die Bereiche Marketing und Kunden-Support ausbauen.

Unser Augmented Writing Tool sorgt zukünftig im Bereich Marketing innerhalb unserer Brand Intelligence für eine optimierte und zielgerichtete Markenkommunikation. Markenbotschaften werden damit so formuliert und kommuniziert, dass Zielgruppen sich besser angesprochen fühlen. Damit wird mehr Markenbindung sichergestellt.

Im Bereich Kunden-Support wird Augmented Writing innerhalb unserer Customer Intelligence ebenfalls für eine zielgerichtete und kundenspezifische Ansprache sorgen. Dabei hilft Augmented Writing Kunden objektiv emotional und psychologisch einzuschätzen und auf diese kundenorientiert einzugehen. Um eine individuelle Gesprächsführung zu gewährleisten, gibt unser Tool in Echtzeit Handlungsempfehlungen.

Ob Augmented Writing wirklich die Zukunft des Schreibens sein wird, können wir nicht sagen. Sicher ist jedoch, dass es die Arbeit vieler Recruiter erleichtern und von Tag zu Tag eine größere Rolle im Zeitalter der Digitalisierung spielen wird.

Update Augmented Writing Mai 2019

Wir arbeiten stets an Verbesserungen!
Auch entwickeln wir neue Features, um unser Augmented Writing noch besser zu machen. Der Mai bringt viele neue Features mit sich:

  1. Erstellen Sie Ihre Berufsprofile noch genauer – mit einer erweiterten Skala!
  2. Aktualisierte Jobprofile
  3. Hilfe zur Bewertung von Motiven – Wir unterstützen Sie!
  4. Lesbarkeits-Feature: Sind Sätze zu komplex?
  5. Weiteres Lesbarkeits-Feature: Treten Sie in Beziehung mit Ihren zukünftigen Mitarbeitern – Direkte Sprache messen.
  6. Alphabetische Ordnung aller Berufsprofile (auch der selbst erstellten)
  7. Weiblichkeit wird nicht mehr als Bias gewertet, nur noch die „zu männliche“ Formulierung.
  8. Positives Feedback zu Ihrer Ausschreibung
  9. Optimierte Darstellung: In welchem Tool arbeiten Sie aktuell?
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