Leadership – Der Zusammenhang von Motiven und effektivem Leadership | 100 Worte

Wie wirkt eine Führungskraft auf andere? Welchen Einfluss hat sie auf ihre Mitarbeiter? Welchen Eindruck hinterlässt sie bei den Mitarbeitern und welche Eigenschaften zeichnen gerade sie aus? Diese Fragen lassen sich allesamt unter dem Begriff Leadership zusammenfassen und regen zudem dazu an, sich eine übergeordnete Frage zu stellen. Worum geht es genau bei Leadership? In diesem Beitrag gehen wir noch einen Schritt weiter und zeigen Ihnen wie die Nutzung von Motiven zu einer effektiven Führung verhelfen kann.

Zunächst erläutern wir Ihnen den Begriff Leadership und klären, welche Kompetenzen und Eigenschaften eine gute Führungskraft ausmachen. Anschließend bringen wir Ihnen Motive näher und zeigen auf, wie diese Motive mit effektiver Führung zusammenhängen.

Was ist Leadership? Definition und Ursprung

Harvard-Professor John P. Kotter hat im Jahr 1990 in seinem Buch „A Force For Change: How Leadership Differs from Management“, den Begriff „Leadership“ erstmals vom Begriff „Management“ differenziert. Diese Differenzierung  zeigte erstmals, wie stark sich beide Begriffe voneinander unterscheiden, aber dennoch „ ergänzende Handlungsmuster“ darstellen. Folglich betrachten wir beide Begriffe einmal näher.

Beim Leadership geht es vor allem um die Interaktionen mit Ihren Mitarbeitern, seien es Meetings, Diskussionen oder allgemein Gespräche. Als Führungskraft oder auch „Leader“ Ihres Unternehmens sind Sie die Person, die weiß wohin es mit dem Unternehmen gehen soll. Das bedeutet, dass Sie an der Vision des Unternehmens arbeiten. Sie formulieren Ziele an Ihre Mitarbeiter, arbeiten bei Strategien mit, denken über den Nutzen für Ihre Kunden nach und verbessern Ihre Produkte oder Prozesse. Das alles in direkter Interaktion mit Ihren Mitarbeiten.

Beim Management liegt der Fokus eher auf den Prozessen Ihres Unternehmens und nicht auf den Interaktionen mit Ihren Mitarbeitern bzw.  der Zukunft. Bestandteil des Managements sind unter anderem Bereiche wie die Verwaltung, das Kosten- und Risikomanagement oder die Analyse der Unternehmensprozesse.

Obwohl sich beide Begriffe stark voneinander unterscheiden, muss man sowohl als „Leader“ wie auch als „Manager“ beide Bereiche im Blick haben, da sie, wie John P. Kotter in seinem Werk erklärt, „ergänzende Handlungsmuster“ darstellen.

Was zeichnet einen guten Leader aus?

Leadership Bild 2
Für ein erfolgreiches Leadership sollten Leader über einige Kompetenzen besonders verfügen.

Nachdem wir Ihnen den Begriff Leadership erläutert und vom „Management“ differenziert haben, geht es jetzt darum herauszufinden, was einen guten Leader auszeichnet. Dies kann von verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtet werden. Im Rahmen unseres Beitrags möchten wir besonders auf fünf, vom amerikanischen Blogger Michael Hyatt erläuterte, „Kernkompetenzen die einen authentischen Leader auszeichnen“, eingehen.

1. Authentische Leader haben Insights

Dies kann auch als Vision bezeichnet werden. Visionen beschränken sich nur auf die Zukunft. Obwohl Leader Visionen haben müssen, benötigen sie zusätzlich  Urteilsvermögen in der Gegenwart. Dabei sollten sie auf komplexe Situationen schauen, Klarheit erhalten und ein Vorgehen für das Problem festlegen können.

2. Authentische Leader demonstrieren Initiative

Leader sind an erster Stelle. Sie gehen mit gutem Beispiel voran und führen Ihre Mitarbeiter. Die Handlungen eines guten Leaders reflektieren auf die Mitarbeiter und demonstrieren Initiative.

3. Authentische Leader üben Einfluss aus

Authentische Leader sind ansteckend. Die Mitarbeiter fühlen sich von Ihren Visionen und repräsentierten Werten angezogen und motiviert. Dabei haben Leader die Fähigkeit eine Gruppe zusammenzubringen und Menschen zum Handeln zu animieren.

4. Authentische Leader haben „Wirkung“

Der Grad an Leadership kann nicht in einem Leader selbst, sondern in seiner Wirkung, die er auf seine Mitarbeiter hat, gemessen werden. Leader machen in Unternehmen den Unterschied. Dabei sind sie entscheidend in der Umsetzung echter und nachhaltiger Veränderungen.

5. Authentische Leader üben Integrität aus

Ein Leader muss Werte haben und diese Leben. Dabei sollte er seinen Mitarbeitern keine  Werte vortäuschen, von denen er selbst nicht überzeugt ist.

Die drei Grundmotive aus der Psychologie

Motive
Das Verständnis hinter den Motiven ist für effektives Leadership besonders relevant.

Nachdem wir nun den Begriff Leadership erläutert und aufgezeigt haben, was einen authentischen Leader ausmacht, bringen wir Ihnen die Motive aus der Psychologie näher.

Jeder Mensch wird geleitet von Motiven. Diese Motive beeinflussen als „interne Handlungsanleiter“ die Denkweisen und Persönlichkeiten von uns Menschen und veranlassen uns außerdem dazu, in gewisse Richtungen zu denken und uns auf gewisse Art und Weise zu verhalten.

Dabei wurden im Rahmen der Motivationstheorie des Sozialpsychologen David McClelland drei Grundmotive in der Psychologie erforscht und validiert:

  • das Motiv nach Status und Macht (auch genannt Führungsmotiv),
  • das Motiv nach Weiterentwicklung (auch genannt Leistungsmotiv) und
  • das Motiv nach Harmonie und Beziehung (auch Beziehungsmotiv genannt).

Warum sind die Motive für das wirksame Leadership nun so wichtig?

Der Zusammenhang von Motiven und effektivem Leadership

Das Verhalten von Führungskräften und die Art des Umgangs mit Mitarbeitern, Kollegen und Kunden hängt zum einen vom Kontext und den handelnden Personen ab. Zum anderen prägt die Persönlichkeit und damit die zugrundeliegenden Motive einer Führungskraft, ihre Werte, Einstellungen und besonders ihr Führungsverhalten.

Die Motive sind dabei die zentralen Gründe hinter den Handlungen als Führungskraft. Diese sind grundlegend für die Interpretation und Bewertung von schwierigen oder komplexen Situationen und haben dazu eine direkte Auswirkung auf die Emotionen, Verhaltensweisen und Interaktionen der  Mitarbeiter.

Um Erkenntnisse für effektive Führung im Zusammenhang mit Motiven ermitteln zu können, kann das sogenannten LEaD-Modell („Leadership Effectiveness and Development“) herangezogen werden. Bei der Vorgehensweise des LEaD-Modells handelt es sich um eine Analyse Ihrer Kompetenzen als Führungskraft, mit dem Ziel, Kriterien für wirksame Führung zu ermitteln, um schließlich ein effektives Leadership zu erzielen. Dabei wird die Führungskraft, sowie Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte zu den Kompetenzen der Führungskraft befragt. Die Antworten werden in Selbst- und Fremdeinschätzungen gegliedert und schließlich verglichen.

Aus den drei Grundmotiven und den gewonnenen Erkenntnissen des LEaD-Modells können wichtige Kompetenzen abgeleitet werden, die aus wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten eine hohe Bedeutung für effektive Führung aufweisen.

Die Motive beschreiben hier das „wollen“, also in diesem Fall beispielsweise:

  • Das Personen mit „Führungsmotiv“ andere Menschen leiten und Einfluss auf andere haben wollen.
  • Das Personen mit „Leistungsmotiv“ ihre selbsterlegten Ziele erfüllen und sich stets weiterentwickeln wollen.
  • Das Personen mit „Beziehungsmotiv“ harmonische Beziehungen zu anderen pflegen und Konflikten aus dem Weg gehen wollen.
Leadership Motive und Kompetenzen
Aus den Motiven können wichtige und relevante Kompetenzen für Führungskräfte abgeleitet werden. (Quelle: A47 Consulting Leadership Effectiveness and Development Feedbackbericht)

Im Gegensatz dazu beschreiben die abgeleiteten Kompetenzen das „können“, also im Fall der drei Grundmotive beispielsweise:

  • Das führungsmotivierte Personen durch ihr Bedürfnis nach Führung sowie Einfluss, für die Persönliche Einflussnahme ein „authentisches Vorbild“ oder für die Umfeldgestaltung ein geeigneter „Nachhaltigkeitsmanager“ sein können.
  • Das leistungsmotivierte Personen durch ihr Bedürfnis nach Weiterentwicklung und Zielerreichung, für die Strategieorientierung ein „Visionär und Unternehmer“ oder für die Ergebnissicherung ein geeigneter „Ziele- und Aufgabenmanager“ sein können.
  • Das beziehungsmotivierte Personen durch ihr Bedürfnis nach harmonischen Beziehungen für die Mitarbeiter-/ Teamentwicklung ein geeigneter „Coach und Teamentwickler“ sein können.

Aus der Kombination von Motiven im Zusammenhang mit dem LEaD-Modell erkennen Sie, was die Führungskräfte in Ihrem Unternehmen antreibt und welche Positionen sie besetzen „können“. Dadurch können Sie letztlich auf lange Sicht ein effektives und authentisches Leadership in Ihrem Unternehmen gewährleisten!

Möchten Sie noch mehr über Motive im Rahmen von Leadership oder über Motive allgemein nachlesen? Dann empfehlen wir Ihnen unsere Blogbeiträge:

Leadership Motive – Warum die Erfassung von impliziten Motiven gerade für Führungskräfte so relevant ist

Die Bedeutung der Motive für Mensch und Unternehmen

Die 100 Worte Textanalyse zur Messung impliziter Motive – eine Validierungsstudie

Quellen & Literatur:

Harvard Business Manager: Was ist …Leadership?

Führung auf den Punkt gebracht: Was ist Leadership? Es ist mehr als Mitarbeiterführung!

Michael Hyatt: The Five Marks of Authentic Leadership

A Force for Change: How Leadership Differs from Management” von John P. Kotter, 1990

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